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meine Ice Hockey Philosophie

Wie bei den meisten Eishockeyspielern ist auch mein Traum, eines Tages in die NHL zu schaffen.
Die harte Realität ist jedoch, dass es von Europa aus unglaublich schwer ist – besonders für Spieler aus Ländern, die keine klassischen ‚Eishockey-Nationen‘ sind.

In den letzten 20 Jahren wurden:​

  • ca.35 deutsche Spieler

  • ca. 2500 nordamerikanische Spieler in die NHL gedraftet.

 

Wenn ich auf meinen eigenen Jahrgang zurückblicke (95–96–97), mit denen ich zwischen U10 und U14 zusammengespielt habe: Von rund 60–70 Spielern haben vielleicht 15 den Sprung in den Profibereich geschafft. In meinem letzten U20-Team hat es nur ungefähr die Hälfte geschafft, im Profieishockey weiterzumachen. Bis zum Alter von 16 Jahren – aber auch noch zwischen 16 und 20 – ist es extrem schwer vorherzusagen, wer wirklich Profi wird und auf welchem Level. Viele Faktoren spielen eine Rolle: eigene Entscheidungen, äußere Einflüsse, Verletzungen, Glück .

Der deutsche Eishockeysport hat sich in den letzten 20 Jahren enorm entwickelt, die Spieler werden immer besser – und trotzdem sind wir im Nachwuchs Bereich noch lange nicht auf dem Niveau der Top-Nationen. Selbst unsere besten Spieler, die in stärkeren Ligen im Ausland spielen, schaffen es selten, sich dort so hervorzuheben um für einen NHL-Draft überhaupt noch infrage zu kommen. Der warscheinlichste Weg ist, wenn man während die DNL Jahren so auffälig ist, dass man in der DEL auch sehr früh eine Chance bekommt und auf der NHL Draft Liste platziert wird.

Ein überdurchschnittlicher Spieler darf nicht nur in ein oder zwei Bereichen herausragen. Er muss ein komplettes Paket entwickeln: körperliche Fitness, technische Skills, Spielintelligenz, mentale Stärke, Teamgeist, Anpassungsfähigkeit an Umfeld und Möglichkeiten, Verhalten, Offenheit und ein gutes Work-Life-Balance.

  • Wissen, was zu tun ist, und hart dafür arbeiten, es auch umzusetzen.

  • Fähig sein, mit Druck und Fehlern umzugehen, ohne dein Selbstvertrauen oder deinen Glauben zu verlieren.

  • Vorbereitet sein.

  • Hart spielen und das Team an erste Stelle setzen.

  • Deine Mitspieler respektieren.

  • Disziplin und Selbstkontrolle bewahren.

  • Der Versuchung der Vergeltung davonlaufen. Schüsse blocken.

  • Den Puck an der Bande erkämpfen gegen einen größeren Spieler, der auf dich drückt.

  • Vor das Tor sprinten, um einen Pass zu bekommen, obwohl du weißt, dass der Verteidiger schon bereitsteht, dich umzuhauen.

  • Dich so sehr antreiben, dass du der bestmögliche wirst. 

  • Weitermachen, selbst wenn du schon müde bist.

  • Dich nach einer Verletzung zurückkämpfen.

  • Dich auf Lösungen konzentrieren, nicht jammern.

  • Nicht nachlassen, wenn du mit zwei Toren zurückliegst – und auch nicht, wenn du mit zwei Toren führst.

  • Alles Negative abschalten oder beiseiteschieben.

  • So spielen, als könnte jeder deiner Einsätze über den Ausgang des Spiels entscheiden.

  • Dich auf das Ziel konzentrieren – das Spiel zu gewinnen. In einem knappen Spiel, mit einem Tor Rückstand, in Überzahl, wenn dir jemand einen billigen, hinterhältigen Schlag gibt, statt zurückzuschlagen (und damit die Überzahl zu verlieren), dich auf das Ziel konzentrieren: deinem Team eine Chance auf ein Tor zu ermöglichen.

Um physisch und technisch top zu werden – also Schlittschuhlaufen, Passen, Schießen, Dribbeln – gibt es heute dank moderner Ausrüstung, Schläger und Trainingsmöglichkeiten eigentlich keine Ausreden mehr. Das hängt nur davon ab, wie viel Zeit ein Spieler investieren will. Aber: Sachen wie Spielintelligenz, mentale Stabilität, Vorbereitung und richtige Entscheidungen unter Druck – das sind fähigkeiten, die Trainer den Kindern beibringen müssten. Denn wenn sie mit 16–20 Jahren diese Fähigkeiten beherrschen, steigen ihre Chancen enorm, eine Profi-Karriere zu starten.

Seit 2018 werden jedes Jahr mehr und mehr deutsche 18-Jährige in die NHL gedraftet.
Meine Philosophie im Nachwuchs lautet: Schon ab der U10 sollte jedes Kind so behandelt werden, als könnte es der nächste Connor McDavid, Leon Draisaitl oder ein NHL-Draftpick werden, und dazu die bestmögliche Bildung zu bekommen diese zu erreichen. Warum sollten wir warten, bis etwas erst ab der U16 wichtig wird? Wenn die Grundlagen gelegt sind, gilt: je früher man den Kindern mehr zeigt, desto mehr Zeit haben sie, diese Skills zu lernen. Natürlich lernen Kinder unterschiedlich schnell und viel – aber so gibt man den „Glücklichen“, die früh viel aufnehmen können, die Chance, aus der Masse hervorzustechen.

Als ich begann, mit Kindern zu arbeiten, hatte ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Etwas, das den Spielern und Eltern, die alles geben, aber trotzdem das Gefühl haben, dass ihnen noch etwas fehlt, den entscheidenden nächsten Schritt ermöglicht. Kinder und Eltern wissen oft nicht wirklich, wie viel Arbeit nötig ist, um das angestrebte Ziel zu erreichen.

 

So wie ich früher, träumen wahrscheinlich auch heute viele davon, eine Profikarriere zu starten und die ersten ungarischen NHL-Stars zu werden.

Das Ziel des Mentorprogramms ist es, dieses fast unmögliche Ziel ein Stück erreichbarer zu machen und dabei zu helfen.

Seit 2018 werden jedes Jahr immer mehr deutsche 18-jährige Spieler in die NHL gedraftet.

Aus der deutschen DNL-Juniorenliga gibt es mehrere Möglichkeiten, eine Profikarriere zu starten oder sogar in die nordamerikanischen Top junior-Ligen zu wechseln. Von dort aus führt der Weg weiter in die AHL oder in die NHL. In den letzten zehn Jahren haben es mehrere Spieler geschafft, wie zum Beispiel Leon Draisaitl, Dominik Kahun, Moritz Seider, Tim Stützle, JJ Peterka oder Nico Sturm. 

Doch dafür reicht es nicht, durchschnittlich zu sein. Dafür muss man in jedem Spiel, in jedem Training und im Alltag alles tun. Genau dabei möchte ich helfen und den Spielern sowie den Eltern den richtigen Weg zeigen, damit sie diesen individuell angepassten Lebensstil konsequent verfolgen können. Egal ob es um Training, Ernährung, Gewohnheiten außerhalb des Eises, mentale Vorbereitung, Spieltagsroutine, den Umgang mit Fehlern oder viele andere Dinge geht.

Heutzutage gibt es viele zusätzliche Camps und Skill-Trainingsmöglichkeiten, in denen man sich verbessern kann. Mein Fokus liegt jedoch darauf, am Lebensstil, an der mentalen Einstellung und an der Vorbereitung der Spieler zu arbeiten und sowohl die Eltern als auch die Spieler bei schwierigen Entscheidungen zu unterstützen.

Mein Ziel mit diesem Mentorprogramm ist es nicht, falsche Versprechen zu machen, sondern ein realistisches Bild zu zeigen und echte Hilfe zu geben. Ich weiß genau, was junge Spieler durchmachen, weil ich diesen Weg selbst gegangen bin. Ich weiß, wie schwer manche Entscheidungen sind, welche Hindernisse auftreten und wie allein man sich in diesem Prozess manchmal fühlt.

Als Mentor ist es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass niemand diesen Weg allein gehen muss. Ich weiß, dass nicht jeder ein NHL-Spieler wird, aber ich bin überzeugt, dass jeder sein Maximum erreichen kann. Oft entscheidet nicht das Talent, sondern die Einstellung, die Disziplin, die täglichen Gewohnheiten und ob jemand da ist, der den richtigen Weg zeigt.

Meine Mission ist es, den Spielern zu helfen, ihrem eigenen Maximum näher zu kommen. Wenn ein Spieler bereit ist zu arbeiten, zu lernen und seine Komfortzone zu verlassen, wird er in diesem Prozess meine volle Unterstützung bekommen. Denn ein Traum wird nicht dadurch Wirklichkeit, dass man nur daran glaubt – sondern dadurch, dass man jeden Tag etwas dafür tut.

Ich versuche, all mein Wissen und meine Erfahrungen an lernende Spieler weiterzugeben, um bessere Eishockeyspieler auszubilden als ich oder meine Generation es waren. Ziel ist es, möglichst viele „komplette“ Nachwuchsspieler hervorzubringen – damit wir jedes Jahr immer mehr NHL draft Spieler entwickeln können. Natürlich kann man nicht in 1–2 Jahren alles auf das Maximum bringen – es ist ein mehrjähriger Prozess. Aber je früher man fokussiert anfängt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand herausragend wird.

Zusammengefasst: Wir müssen deutsche Spieler im Alter von 16–18 so weit bringen, dass sie in den besten Nachwuchsligen  (Finnland, Schweden, Tschechien, Schweiz, Russland und Amerika) oder in Deutschland herausragend spielen können. 

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